Von links: Prof. Dr. Martin Pohlmann (Stellv. Landes-Caritasdirektor), Erster Kreisrat Hartmut Heinen, Helmut Gels (ehem. Bürgermeister Vechta), Geschäftsführerin Cornelia Ostendorf, Peter Schulze (Vorsitzender des Stiftungsvorstandes), Bürgermeister Kristian Kater, Propst Christoph Schwerhoff (Stiftungsratsvorsitzender)
„Es geht immer um den Menschen“ - Vorsitzender des Stiftungsvorstandes Peter Schulze in den Ruhestand verabschiedet
Peter Schulze prägte über viele Jahre als Geschäftsführer und Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der St. Hedwig-Stiftung die pflegerische Versorgung der Menschen in der Region. Fast ein halbes Jahrhundert war er im Pflegebereich tätig. Am Donnerstagabend wurde er im Haus St. Hedwig in Vechta im Rahmen einer Feierstunde in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Rund einhundert geladene Gäste, darunter Vertreter aus Politik, Kirche und Wirtschaft sowie Weggefährten, Kollegen, Geschäftsfreunde und Familienmitglieder waren der Einladung gefolgt, um Peter Schulze für seine Verdienste in den vergangenen Jahrzehnten zu danken. Gleichzeitig ernannte Propst Christoph Schwerhoff, als Vorsitzender des Stiftungsrates der St. Hedwig-Stiftung, im Rahmen der Veranstaltung Cornelia Ostendorf, die bisherige Co-Geschäftsführerin der St. Hedwig-Stiftung, als Nachfolgerin von Peter Schulze.
Verantwortungsbewusstsein, Verlässlichkeit, Bodenständigkeit und Weitsicht hätten das Handeln von Peter Schulze geprägt, betonte Propst Christoph Schwerhoff in seiner Begrüßung, doch ein Grundsatz hätte für ihn immer an erster Stelle gestanden: „Es geht immer um den Menschen“.
„Nah am Menschen begann auch der berufliche Weg von Peter Schulze“, erläuterte Vechtas ehemaliger Bürgermeister Helmut Gels, der die Dankesrede hielt. Peter Schulze hat Pflege von der Pike auf gelernt. Im St. Marienhospital absolvierte er eine Ausbildung zum Krankenpfleger und war dort auf der interdisziplinären Intensivstation tätig. Weiterbildungen zur Stationsleitung und die Qualifikation zur Pflegedienstleitung/Pflegemanagement folgten. In einer Zeit, in der die Pflege in Deutschland im Umbruch war, nutzte Peter Schulze die „reizvolle Aufgabe“, wie er es selbst nennt, und übernahm die Pflegedienstleitung der Sozialstation Nordkreis Vechta e. V.. Von 1995 bis heute war er deren Geschäftsführer. „Pflege war für Sie stets mehr als Organisation und Zahlen, sondern Verantwortung und gesellschaftlicher Auftrag. Sie haben Pflege aktiv gestaltet und weiterentwickelt“, führte Helmut Gels in seiner Rede aus. So entstanden unter der Leitung von Peter Schulze beispielsweise die ersten Tagespflegeeinrichtungen, der ambulante Hospizdienst, die professionelle Pflegeberatung, der Sozialdienst und die Sozialberatung und das Betreute Wohnen der Pater-Titus-Stiftung. „Peter Schulze ist jemand, der nie das Problem gesehen hat, sondern immer nach der Lösung gesucht hat“, erklärte Bürgermeister Kristian Kater in seinem Grußwort.
2013 übernahm Peter Schulze zusätzlich die Geschäftsführung der St. Hedwig-Stiftung in turbulenten Zeiten. Im gleichen Jahr folgte der Zusammenschluss der St. Hedwig-Stiftung und der Sozialstation Nordkreis Vechta e. V., ein Meilenstein, der die ambulante und stationäre Pflege unter einem Dach zusammenführte. Weitere Meilensteine folgten, so Kooperationen wie mit der St. Anna-Altenhilfe in Twistringen, die Corona-Krise, sowie zahlreiche Baumaßnahmen in Goldenstedt, Bakum, Visbek oder Vechta. „Sie sind Stratege, der lange in die Zukunft denkt und finanziell daraufhin plant“, lobte Prof. Dr. Martin Pohlmann, Stellvertretender Landes-Caritasdirektor, in seinen Grußworten.
Peter Schulze habe früh erkannt, dass Kooperation stärker sei als Konkurrenz und Netzwerke Qualität sichern würden, wie Gels ausführte. So engagierte sich Peter Schulze auch ehrenamtlich wie z. B. als Mitglied der Sprechergruppe der Landesarbeitsgemeinschaft Altenhilfe der Caritas in Niedersachsen, im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Caritas Sozialstationen und ambulante Caritas Pflegedienste im Landes-Caritasverband für Oldenburg e. V. oder als Vorstandsmitglied der Pater-Titus-Stiftung.
„Das die St. Hedwig-Stiftung auch nach 77 Jahren noch auf der Höhe der Zeit ist, ist zu großen Teilen Ihnen zu verdanken“, bestätigte Hartmut Heinen, Erster Kreisrat des Landkreises Vechta. Trotz aller Herausforderungen biete die St. Hedwig-Stiftung heute gute, verlässliche und wohnortnahe Angebote. Mit Cornelia Ostendorf, habe Peter Schulze schon frühzeitig eine Nachfolgerin gefunden, die bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. Auch das mache eine gute Führungskraft aus, wurde ihm Seiten der Redner bescheinigt. Für seine Leistungen um die Altenpflege in der Region dankten ihm die Anwesenden mit minutenlangem Applaus und Standing Ovations.
Peter Schulze zeigte sich sichtlich gerührt und dankte den Sprechern für die Rückblicke und wertschätzenden Worte. Sein Dank galt auch seinen Weggefährten in den Jahren, aber ganz besonders auch seiner Frau Sylke, den beiden Kindern und Familienmitgliedern.
Für Stimmung sorgte ein Mitarbeiter-Chor, die als Überraschung ein speziell auf ihn getextetes Lied nach der Melodie „Im Wagen vor mir ….“ vortrug. In diesem Text ging es jedoch ums Fahrradfahren, einer Leidenschaft, die Peter Schulze in seinem Ruhestand nun ausgiebig genießen kann. Doch ganz wird Peter Schulze sicher nicht von der Bildfläche verschwinden. „Ruhestand bei Ihnen ist mehr als Wechsel der Perspektive zu verstehen“, sagte Helmut Gels und sprach damit aus, was wohl viele der Anwesenden dachten.