Die Planungen für die nächste vorbereitende Schulung zur ehrenamtlichen Mitarbeit im ambulanten Hospizdienst laufen auch Hochtouren. Von links: Yvonne Borgerding (Prokuristin St. Hedwig-Stiftung), Cornelia Ostendorf (Geschäftsführerin St. Hedwig-Stiftung zu der die Sozialstation Nordkreis Vechta gGmbH gehört), Elisabeth Muhle (ehem. Koordinatorin des Amb. Hospizdienstes) und Erika Rüwe (Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes der Sozialstation Nordkreis Vechta gGmbH).  Foto: Böckermann

Neue Schulung für ehrenamtliche Hospizbegleiter/-innen startet

„Menschen Zeit schenken“: So beschreibt Erika Rüwe die Aufgabe ehrenamtlicher Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter. Seit Oktober 2025 ist sie die Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes der Sozialstation Nordkreis Vechta gGmbH. Gemeinsam mit ihrem Team begleitet sie schwer erkrankte und sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Um das Angebot weiter auszubauen, werden nun weitere Ehrenamtliche gesucht.

Zur Vorbereitung auf diese verantwortungsvolle Aufgabe bietet die Sozialstation ab dem 1. August 2026 eine Schulung zur ehrenamtlichen Mitarbeit im ambulanten Hospizdienst an. Die Kursgebühren übernimmt die Sozialstation Nordkreis Vechta gGmbH. Wer sich unverbindlich informieren möchte, hat dazu bei vier Informationsabenden Gelegenheit: Am 25. Juni 2026 im Haus St. Hedwig in Vechta, am 29. Juni im Haus St. Bonifatius in Bakum, am 1. Juli im Haus St. Franziskus in Goldenstedt sowie am 8. Juli im Haus St. Benedikt in Visbek. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr. Vorgestellt werden die Inhalte der Schulung und die Aufgaben künftiger Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter.

„Hospizbegleitung ist eine ehrenamtliche und sinnstiftende Tätigkeit“, betont Erika Rüwe. Wer sich engagieren möchte, sollte belastbar, einfühlsam, selbstständig und reflektiert sein. In der Schulung erhalten die Teilnehmenden das nötige Rüstzeug. Die Vorbereitung umfasst 100 Unterrichtsstunden sowie ein 20-stündiges Praktikum. Themen sind unter anderem rechtliche Grundlagen, Kommunikation und Gesprächsführung, Krankheitsbilder und die Begleitung dementiell veränderter Menschen sowie palliative Praxis, Sterben und Trauer. Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf der Selbstfürsorge und Resilienz.

Ambulante Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter übernehmen keine pflegerischen oder medizinischen Aufgaben. Sie besuchen Betroffene auf Wunsch zu Hause, im Alten- und Pflegeheim, im Krankenhaus oder in einem stationären Hospiz und schenken vor allem Zeit. „Es geht nicht immer um tiefgehende Gespräche, sondern oft einfach um ein offenes Ohr für Ängste, Sorgen und Wünsche“, erläutert Elisabeth Muhle. Auch gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge, Gesellschaftsspiele oder ein Kaffee außer Haus können Teil der Begleitung sein. Elisabeth Muhle leitete den ambulanten Hospizdienst bis zu ihrem Ruhestand im September 2025 und unterstützt ihre Nachfolgerin heute bei der Schulung sowie beim Trauercafé. „Hospizbegleiterinnen und -begleiter können zwar die Situation nicht ändern, sie können aber einen Beitrag leisten, etwas leichter damit umzugehen“, sind sich Erika Rüwe und Elisabeth Muhle einig. Trotz der teils belastenden Tätigkeit bekomme man aber auch sehr viel an Dankbarkeit zurück. „Die Aufgabe relativiert und schärft den Blick darauf, was wirklich wichtig ist“, betont Erika Rüwe.

Für Angehörige sind Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter ebenfalls eine wichtige Entlastung. „Sie schaffen Freiräume für Pausen und notwendige Erledigungen“, sagt Erika Rüwe. Betroffene und Angehörige können sich direkt an sie wenden. In einem ersten Gespräch stellt sie die Angebote des Hospizdienstes vor und vermittelt anschließend eine Begleitperson, die zur jeweiligen Lebenssituation möglichst gut passt.

„Die Nachfrage nach Hospizbegleitungen wird weiter steigen – nicht nur aufgrund der höheren Lebenserwartung und altersbedingter Erkrankungen wie Demenz, sondern auch wegen des gesellschaftlichen Wandels“, betont Erika Rüwe. Veränderte Familienstrukturen und ein offenerer Umgang mit Unterstützungsangeboten trügen beispielsweise dazu bei.

Für Fragen steht Erika Rüwe unter 04441/9777-426 zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter www.st-hedwig-stiftung.de.

Infoabend: Vorbereitende Schulung 2026 - Ambulanter Hospizdienst

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