Hospizdienst informiert sich über die Gedenkstätte des Andreaswerkes
Der Ambulante Hospizdienst der Sozialstation Nordkreis Vechta informierte sich Anfang Juli vor Ort an der Gedenkstätte des Andreaswerkes in der Landwehrstraße über ein dunkles Kapitel unserer Vergangenheit. Mathias Warnking, Geschäftsführer des Andreaswerkes Vechta, berichtete über die systematische Tötung von Menschen aus dem südoldenburger Raum während der NS-Diktatur. Betroffene Patienten waren neben psychisch erkrankten Personen, Patienten mit Anfallsleiden sowie kognitiv oder körperlich beeinträchtige Personen. Die Angehörigen vertrauten darauf, dass den erkrankten Familienmitgliedern in der Klinik in Wehnen/Bad Zwischenahn geholfen wurde. Tatsächlich wurden diese jedoch durch Mangelernährung, medizinische Unterversorgung und Überbelegung bei zeitgleich katastrophalen hygienischen Zuständen systematisch durch mangelnde Fürsorge getötet. Meist wurde den Angehörigen dann ein Versterben nach gesundheitlicher Verschlechterung aufgrund einer Lungenentzündung als Todesursache mitgeteilt. Mitarbeiter des Andreaswerkes, mit und ohne Beeinträchtigungen, hatten gemeinsam die Gedenkstätte erarbeitet. Finanziell unterstützt wurde der Aufbau der Gedenkstätte durch die Aktion Mensch und am 01.09.2024 konnte sie eingeweiht werden. „Mit der Gedenkstätte soll an alle erinnert werden, die Opfer dieser sog. Rassenhygiene wurden. Zeitgleich soll uns die Gedenkstätte heute mahnen, wachsam zu sein und unsere Stimme für die Schwachen unserer Gesellschaft zu erheben“, so Warnking.